Haltung und Pflege

Freiflug

Bevor Sie Ihrem Nypmphensittich den ersten Freiflug gewähren, sollten schon ca. 7 Tage der Eingewöhnung ins Land gegangen sein. Und er sollte sich schon etwas an seine neue Umgebung, Personen - und Begrenzungen des Zimmers gewöhnt haben, bevor Sie das erste mal das Käfigtürchen öffnen.

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Ihr neuer Hausgenosse sofort beim ersten mal (des geöffneten Käfigtürchens) den Weg in die "Freiheit" sucht.
(s. Eingewöhnen und Zähmen) Er wird erst einmal die plötzlich Gitterlose Öffnung verdutzt beäugen, denn es ist wieder eine vollkommen neue Situation für ihn. Wichtig ist, dass Sie den Raum in dem Ihr Nymphensittich ab jetzt seinen regelmäßigen Freiflug bekommt auch etwas "vogelsicher" gemacht haben. Das heißt, dass Sie Dinge, mit denen er auf gar keinen Fall in Berührung kommen sollte (z.B. giftige Planzen, mit Wasser gefüllte Gefäße, oder wertvolle Stücke etc.) einfach bei Seite räumen. Auch sollten Sie darauf achten, dass Ihr Vogel nichts fressen kann, was für ihn schädlich ist, oder er sich evtl. daran verletzen könnte.
Denn sein Flug ist pfeilschnell und er muß sich erst noch richtig an die räumlichen Gegebenheiten und die Raumbegrenzugen gewöhnen. Er wird z.B. keine Fensterscheiben erkennen, (bitte mit dunklen Vögeln aus Folie bekleben,die gibt es in jedem Baumarkt) wenn diese nicht mit einer Gardine oder einem Rollo versehen sind. Es sollten Gardienen oder Rollos sein, die von festerer Struktur sind. Denn wenn ein Nymphensittich aus vollem Flug an eine Gardiene fliegt, hat er noch so viel Schwung, dass er samt Gardiene an die Scheibe knallen kann. Leider musste ich das bei einer Bekannten erleben. Für deren Nymphensittich kam leider jede Hilfe zu spät! Das sind wir unseren gefiederten Mitbewohnern schuldig, sie vor solchen Unglücken zu schützen! Sie sollten die ersten paar Male dabei bleiben, um die Gewohnheiten Ihres Nymphensittichs beim Freiflug kennen zu lernen. Er wird ab jetzt alles erkunden, was ihn schon die ganze Zeit vom Käfig aus reizte. Er wird z.B. glänzende Dinge anfliegen und genau betrachten. Gegenstände die er im Schnabel transportieren kann, werden Sie irgendwann an einem anderen Platz wiederfinden

Was natürlich auch nicht ausbleibt, ist das Ihr Nymphensittich das eine oder andere "Häufchen" verliert, wenn er unterwegs ist.
Allerdings läßt sich das ohne Spuren beseitigen. wenn man es trocknen läßt (ca. 2 Std.) und es dann einfach mit z.B. einem Küchenkrepp aufnimmt und weg wirft, oder es einfach aufsaugt.
Auch aus diesem Grunde bietet es sich an, dem Nymphensittich einen selbst gebastelten Kletterbaum
(s. Bastelecke) anzubieten, denn er wird ihn als seinen Lieblingsplatz außerhalb seines Käfigs bevorzugen. Das wiederum hat zur Folge, dass seine meisten "Geschäftchen" in den Bottich fallen in dem der Kletterbaum befestigt ist. Sie werden sehen, wieviel Freude Sie Ihrem gefiederten Freund schenken. Er trägt auch deutlich dazu bei, dass Ihr Nymphensittich gesund bleibt. Er wird sich ausgiebig damit beschäftigen, diesen Kletterbaum als Knabber, Turn - und Spielplatz zu nutzen. Und das hält ihn neben seinem täglichen Freiflug fit!
Gewöhnen Sie Ihrem Vogel von Anfang an, dass er um eine bestimmte Zeit, (die Sie bestimmen) in seinen Käfig zurückkehrt. Denn Freiflug ist sehr gut, doch irgendwann hat auch dieser mal ein Ende. Sagen Sie ihm jeden Abend zur gleichen Zeit, mit den selben Worten, dass jetzt Schluß ist.

In eigener Sache:
Bei mir selbst sieht das so aus: Ich habe einen bestimmten Pfiff, den ich nur für den Zweck nutze, die Bande abends ins Bett zu bringen. Ich pfeife diesen bestimmten Pfiff schon vor der Tür des Vogelzimmers und schon höre ich, wie alle 9 Nymphensittiche in ihre Voliere fliegen, in der sie nur die Nacht verbringen. Alle die nicht dort hinein gehören, wie die Wellensittiche, Kanarien, und Diamanttauben fliegen sofort raus und suchen im Vogelzimmer ihre gewohnten Schlafplätze auf.
Sie sehen, man kann Nymphensittiche mit viel Geduld und Liebe auch erziehen, was nicht zuletzt uns Nymphihalten das Leben erleichtert. Denn wie schlimm wäre es denn, wenn man seine Nymphensittiche jeden Abend einfangen müsste?

Nymphensittiche sind sehr gelehrig! Und verstehen auch meist, was man von ihnen möchte.

© by Carmen Leinweber