© by Carmen Leinweber

Gegen Einzelhaltung

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Ein deutliches „Nein“ zur Einzelhaltung

Video gegen Einzelhaltung

© by Carmen Leinweber

Wer wünscht sich nicht auch einen süßen, zahmen und anhänglichen Nymphensittich und vergisst dabei ganz schnell, dass man einem Schwarmvogel (die Nymphensittiche nun mal sind) nichts schlimmeres antun kann als sie alleine zu halten!
Alleine gehaltene Nymphensittiche schließen sich aus der Not heraus dem Menschen an, weil sie keine andere Wahl haben. Aber niemand, der sich aus Tierliebe einen Nymphensittich anschafft, sollte ihn auf Dauer dazu zwingen sein Leben alleine zu fristen! Ein Nymphensittich kann durchaus 25 Jahre alt werden.
Auch ein Vogel hat das Recht zu wählen, ob er sich gerade mit seinem „federlosen Freund, oder lieber seinem Artgenossen beschäftigen möchte.
Wir Menschen können einen zweiten Nymphensittich - Partner NIEMALS ersetzen!
Haben Sie einen Schnabel zum Kraulen? Haben Sie jemals versucht, auf einem Ast zu sitzen, damit sich Ihr Nymphensittich vor dem Einschlafen an Sie rankuscheln kann? Haben Sie rund um die Uhr Zeit für ihn? Müssen Sie nie einkaufen, arbeiten gehen, oder möchten sie nicht irgendwann mal Urlaub machen und ein gutes Gefühl haben, wenn ihr Nymphensittich bei Ihrer Urlaubsvertretung einen Partner hat, der ihm die Trennung erleichtert? Sprechen Sie seine Sprache?
Mal ehrlich: Würden Sie mit einem einzeln gehaltenen Nymphensittich tauschen wollen...?
Würden Sie gerne ein ganzes Leben alleine bleiben müssen, ohne jemals nur ein einziges Wort mit jemandem wechseln zu können, der Sie versteht und sie ihn? Würden Sie ein Leben lang auf Streicheleinheiten verzichten wollen?

Einzelhaltung macht krank und ist Tierquälerei:

Nicht nur die kleine Seele des Vogels leidet; auch die aus der Einzelhaltung entstehenden Verhaltensanomalien wie das Anbalzen und Füttern von Ersatzgegenständen oder der menschlichen Hand führen häufig zu Kropfentzündungen, die durchaus tödlich enden können! Viele Vögel, die in „Einzelhaft“ gehalten werden beginnen sich die Federn aus Kummer auszureißen, die in den meisten Fällen nicht mehr nachwachsen. Das sind dann die so genannten Federrupfer. Nicht selten neigen einzeln gehaltene Nymphensittiche dazu zu regelrechten „Schreiern“ zu werden. Sie drücken damit ihren Kummer und Missmut aus.

Nymphensittiche haben von Natur aus eine sehr starke Partnerbindung.

Ein Beispiel für Partnerbindung

www.nymphensittiche-info.de

Dies drückt sich dadurch aus, dass sie viele Dinge gemeinsam tun. Beginnt sich einer der Beiden das Gefieder zu putzen, wird auch der Partner bald mit der Gefiederpflege beginnen. Futtert der Eine, wird auch der Andere bald Hunger verspüren und mit futtern. Schläft einer der Beiden, wird sicherlich auch der andere bald neben ihm sitzen und dösen. Wechselt einer den Platz, wird der Partner sofort mit fliegen und sich wieder zu seinem Partner gesellen usw.
Und all diese Dinge kann ein einzeln gehaltener Nymphensittich einfach nicht ausleben. Und das macht ihn sehr unglücklich und oft auch krank!

Wer einmal ein verliebt vor sich hin schnäbelndes - und kuschelndes Nymphensittich -Pärchen gesehen hat, dem sollte eigentlich klar sein, wie einsam ein einzeln gehaltener Nymphensittich sich fühlen muss. Wie oft höre ich dann solche Sätze wie: "Ja, aber unser Nymphensittich ist glücklich alleine, er hat alles, was er braucht. Der langweilt sich nicht, denn wir beschäftigen uns auch jeden Abend nach der Arbeit mindestens 2 Stunden mit ihm!" Wann hat er Ihnen das gesagt, dass es ihm so alleine gut geht?
Das nächste Argument lautet dann: „Der wird doch gar nicht zahm, wenn er noch einen Partner hat!“ Über so viel Egoismus bin ich immer wieder geschockt!!!!!
Das stimmt überhaupt nicht! Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen kleine Gruppen von Nymphensittichen sehr zahm sind, und andersherum gibt es genug einzeln gehaltene Nymphensittiche, die ihr Leben lang keinen Anschluss an den Menschen suchen. Eine Garantie gibt es niemals, und keinem Nymphensittich kann man an der „Schnabelspitze“ ansehen, ob er Interesse daran hat, in uns mehr als nur den bloßen „Futtergeber“ zu sehen.
Ich selbst halte 10 Nymphensittiche, von denen 4 Nymphensittiche super zahm sind!

Und eines sei ganz deutlich gesagt:

Zwei Nymphensittiche machen nur unwesentlich mehr Schmutz und die Mehrkosten für Futter etc. sind ebenfalls verschwindend gering!

Wer sich entscheidet, Nymphensittiche zu halten, sollte seinen eigenen Egoismus zurück stecken und zum Wohle der Tiere mindestens zwei (gegengeschlechtliche) Nymphensittiche anschaffen. Ist man dazu nicht breit, sollte man vom Kauf von Schwarmtieren absehen! Und sich vor allem von vorn herein darüber im Klaren sein, dass ein Nymphensittich kein Schmusetier ist, sondern ein Lebewesen, das zum gesund- und glücklich sein mindestens einen Artgenossen und täglichen, mehrstündigen Freiflug braucht!